Kein Anstieg der Tour de France ist so berühmt wie dieser: 13,8 km von Bourg-d'Oisans hinauf nach Alpe d'Huez, Ø 8,1 % und genau 21 Kehren. Jede davon ist nummeriert, jede trägt die Namen von Etappensiegern – und eine ist an Renntagen fest in niederländischer Hand. Hier ist die Geschichte hinter den Kurven.
Die Zahlen
- Start: Bourg-d'Oisans, rund 720 m
- Ziel: Alpe d'Huez, 1.860 m
- Länge: 13,8 km
- Höhenmeter: rund 1.120 m
- Durchschnittssteigung: 8,1 %, die steilsten Abschnitte gleich zu Beginn
- Kehren: 21, nummeriert von 21 unten bis 1 oben
Warum jede Kehre einen Namen hat
1952 endete zum ersten Mal eine Etappe der Tour de France oben auf der Alpe – Fausto Coppi gewann. Ihm ist die unterste Kehre, die Nummer 21, gewidmet. Von dort aus folgen die Tafeln der Reihe der Etappensieger nach oben, bis zu Giuseppe Guerini auf Kehre 1. Guerini gewann 1999, obwohl ihn wenige Kilometer vor dem Ziel ein Zuschauer beim Fotografieren vom Rad holte.
Als alle 21 Kehren vergeben waren, begann die Zählung unten von vorn. Deshalb stehen heute auf mehreren Schildern zwei Namen – auf Kehre 12 zum Beispiel Luis Herrera und Tom Pidcock.
Kehre 7: die Holländerkurve
An Renntagen ist Kehre 7 ein orangefarbenes Meer. Die »Dutch Corner« verdankt ihren Namen der Zeit, als niederländische Fahrer die Alpe beherrschten: Acht der ersten 14 Etappen hier gewannen Niederländer, beginnend mit Joop Zoetemelk 1976. Ihre Fans kamen – und kommen bis heute, mit Musik, Rauch und viel Bier.
Die Rekorde
Über 30 Jahre lang galt Marco Pantanis Auffahrt von 1995 als die schnellste: 36:40 Minuten. Bei der Tour 2026 fiel die Marke. Auf der 19. Etappe fuhr Tadej Pogačar die 21 Kehren in 35:26 Minuten und gewann zum ersten Mal auf der Alpe. Einen Tag später kam die Tour gleich noch einmal hinauf – diesmal über den Col de Sarenne. Insgesamt endeten schon mehr als 30 Tour-Etappen auf der Alpe.
Wie lange Hobbyfahrer brauchen und was eine gute Zeit ist, steht in unserem Artikel Was ist eine gute Zeit am Alpe d'Huez, Stilfser Joch und Mont Ventoux?
Tipps für deine Auffahrt
- Nicht zu schnell anfangen: Die ersten zwei Kilometer nach Bourg-d'Oisans sind die steilsten. Wer hier überzieht, verliert in den Kehren darüber deutlich mehr Zeit.
- In Kehren zählen: Die Schilder zeigen Nummer und Höhe. Wer sich von Kehre zu Kehre hangelt, statt an den Gipfel zu denken, fährt gleichmäßiger.
- Früh starten: Die Südhänge heizen sich schnell auf. Am Morgen ist es kühler und ruhiger.
- Wasser: Starte mit zwei vollen Flaschen – im Hochsommer ist eine allein für die Auffahrt schnell leer.
- Zeit messen: Das offizielle Strava-Segment beginnt am Fuß des Anstiegs. Für einen fairen Vergleich zählt die Segmentzeit, nicht die Gesamtzeit der Fahrt.
- La Marmotte: Die berühmte Jedermann-Runde über Glandon, Télégraphe und Galibier endet auf der Alpe – mit den 21 Kehren als Finale.
Die 21 Kehren an deiner Wand
Von oben gesehen werden die 21 Kehren zu einem Muster, das ein Höhenprofil nie zeigen könnte. Unser Alpe-d'Huez-Poster zeichnet die Auffahrt als Linie, mit Distanz, Höhenmetern und Kehren – auf Wunsch mit deinem Namen, dem Datum deiner Auffahrt und deiner Zeit. Weitere Anstiege findest du in der Pässe-Serie. Für deine ganz eigene Tour, etwa die Marmotte, lade deine GPX-Datei hoch.